Wohnen im Alter: Viele Möglichkeiten – aber noch mehr Bedarf

Es ist klug, wenn wir uns rechtzeitig darüber Gedanken machen, wie wir im Alter leben wollen – oder mit zunehmender Gebrechlichkeit leben können. Aber nur allzugern verdrängen wir diese Frage, bis es dann nicht mehr geht, die Treppe zu steil, die Wohnung zu groß, die Dusch­wanne zu hoch ist. Bis wir selbst oder die Eltern Hilfe brauchen.

Die gute Nachricht: Es gibt doch viel mehr ­Möglich­keiten, alters­gerecht zu wohnen, als wir uns auf den ersten Blick ausmalen. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl verschiedener ­­Lösungen und Anbieter vor.

Eins vorweg: Die denkbar schlechteste Variante ist es, wenn von jetzt auf gleich eine Lösung her muss, weil Vater, Mutter, Tante oder gar man selbst plötzlich pflegebedürftig geworden ist. Zwar gibt es auch dafür eine Reihe von Optionen. Dennoch bleibt die Zeit einer der wichtigsten Fak­toren für die richtige Auswahl einer individuell passenden, altersgerechten Wohn­alternative. 

Jetzt werden die geburtenstarken Jahrgänge alt – und immer älter!

Die Situation ist nicht einfach. Sicherlich fällt es spontan niemandem leicht, sich aus dem gewohnten Umfeld, der Wohnung oder dem Haus, in dem man vielleicht jahrzehntelang gelebt hat, zu lösen und sich dazu gedanklich auch noch mit zukünftiger Gebrechlichkeit zu beschäftigen. Und natürlich spielen die eigenen finanziellen Möglichkeiten eine große Rolle. Oft reicht die schmale Rente gerade für die aktuelle Wohnsituation. Leider wird aber Wohnen immer teurer. Und der eventuelle Umzug in eine kleinere, aber modernere, barrierefreie Wohnung bedeutet selten weniger, sondern oft mehr monatliche Miete.

Die Seniorinnen und Senioren von heute sind nicht allein. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer rücken nach und dazu werden wir alle immer älter und bleiben zum Glück auch länger gesund. Das ist schön, bedeutet aber auch: viel Konkurrenz um die begehrten Wohnungen und weiteren Dienstleistungen rund um ein komfortables Leben im Alter. Laut einer Studie der KfW fehlen in Deutschland in den nächsten Jahren alleine über zwei Millionen altersgerechte Wohnungen. Umso wichtiger ist es daher, sich auch in den eigenen vier Wänden vorzubereiten.

Wer noch einigermaßen gesund und fit ist, hat die größte Auswahl

In eine barrierefreie Wohnung umzuziehen oder die eigene Wohnung barrierefrei umzubauen, kostet Geld. Langfristig macht so ein Umbau aber Sinn und ist sogar wertsteigernd. Knackpunkt in Sachen Barrierefreiheit sind häufig zu enge Bäder und Toiletten. Mietern muss es übrigens in der Regel gestattet werden, ihr Bad barrierefrei umzubauen, allerdings mit der eventuellen Verpflichtung des Rückbaues. Aber das ist sicher verhandelbar.

Wohngemeinschaften und Mehr-Generationen-Wohnen sind neue Trends. Zu den klassischen, langfristigen Lösungen zählen Seniorenstift oder betreutes Wohnen. Wer noch mobil ist, kann zahlreiche Angebote für Seniorinnen und Senioren außer Haus wahrnehmen.

Wenn es zu Hause mühselig wird

Dann wird aus der Wohngemeinschaft die Pflege-WG oder die eigene, barrierefreie Wohnung wird weiter technisch aufgerüstet, beispielsweise mit Assistenzsystemen oder dem Hausnotruf. Im Betreuten Wohnen können pflegerische Leistungen, Einkaufsservice oder Putzhilfe hinzugebucht werden – oder Pflegedienste kommen ins Haus. Pflegeheime und Seniorenresidenzen bieten rund um die Uhr Sicherheit.

Wenn es auf verlässliche Pflege ankommt

Jetzt wäre es definitiv zu spät, noch Mo­delle wie das Mehr-Generationen-Wohnen, Wohngemeinschaften oder Pflege-WGs ins Auge zu fassen. Denn hierfür braucht es Zeit und Eigeninitiative. Oft geht aber das betreute Wohnen weit genug, auch hier aus­reichende Services anzubieten. Pflegehei­-me und Residenzen bieten größtmögliche Sicherheit, wer immer noch lieber zu Hause bleiben möchte, bucht eventuell eine 24-Stunden-Pflege. Hier ist allerdings zukünftig mit erhöhten Kosten zu rechnen.

 

Seniorenwohnung – was heißt das eigentlich?

Ein rechtlich geschützter Begriff ist das nicht. Genauso darf fast jeder seine (Erdgeschoss-) Wohnung „behinderten­gerecht" oder „barrierearm“ nennen.

Für die sogenannte Barrierefreiheit sind drei Aspekte entscheidend:

  • Ausreichende Bewegungsflächen z. B. im Bad
  • Breite Türen
  • Verzicht auf Stufen und Schwellen

Rollstuhl oder Rollator brauchen eben Platz. Gut ist es, wenn die DIN-Norm 18040-2 
erfüllt ist.


Text: Gesund im Norden  ·  Foto: iStock

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