Klimaschutz – Mehr Moore im Land zwischen den Meeren

Mit ihrem „Biologischen Klimaschutz-Programm“ will die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein nicht nur kurz die Welt retten, sondern langfristig Treib-hausgase einsparen.

Bisher bundesweit einzigartig ist der „Biologische Klimaschutz“ made in Schleswig-Holstein. Entwickelt wurde das Programm von den Vielfaltschützern und Moor-Experten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Gerade erst an den Start gegangen, soll es – jung und tatkräftig – in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren Bedeutsames leisten: zerstörte Moore in intakte Moore zurückverwandeln. Sie sollen für die seltenen Pflanzen- und Tierspezialisten, die auf das Moor als Lebensraum angewiesen sind, wieder ein Wohlfühlort werden. UND noch viel mehr: Sie sollen wieder zum größten Kohlenstoffdioxidspeicher werden und damit zu einem DER Klimaretter dieser Zeit. 

Vom Klimakiller zum Klimaretter

Moore! Düster, neblig, bedrohlich, lebensgefährlich… ihr Image ist nicht das Beste. Immerhin machten Moore spätestens im Fantasyfilm „Der Herr der Ringe“ Karriere als schaurige Filmkulisse. Kein Wunder! Lange Zeit galten Moore als nichtig und nutzlos, ausschließlich geeignet zum Torfabbau oder zur Gewinnung neuer landwirtschaftlicher Nutzflächen. Also rückte der Mensch ihnen schon vor über hundert Jahren zu Leibe, legte sie mit Entwässerungsgräben und Drainagen trocken und machte sie zu Äckern und Wiesen. 

Trockengelegt zersetzen sich Moore und stoßen dabei große Mengen Treibhausgas aus – weltweit ungefähr so viel wie durch den gesamten Flugverkehr! In Schleswig-Holstein entstehen über elf Prozent der menschengemachten Emissionen durch ent-wässerte Moore. Wir müssen uns die gewaltige Rolle vor Augen führen, die diese unscheinbaren Biotope spielen: Trockengelegt sind sie wahre Klimakiller, intakt sind sie hingegen die Klimaretter schlechthin. 

Noch einmal in Zahlen: In Schleswig-Holstein gibt es in etwa 130.000 Hektar Moorland. 17.000 Hektar davon sind heute noch als ökologisch hochwertig und naturnah einzustufen – das sind lediglich 13 Prozent. Und damit haben wir im Land zwischen den Meeren deutlich mehr intakte Moore als im bundesweiten Vergleich. In ganz Deutschland sind nur noch fünf Prozent der Moorflächen intakt. Andersherum: 95 Prozent der Moorflächen sind geschädigt oder zerstört.

„Wiedervernässung“ heißt das Zauberwort  

Die Folge: Der Kohlenstoff, der über Jahrhunderte im intakten Moor gebunden war, wird mit der Zeit zu CO2 und gelangt in die Luft – bis heute. Auf aktuell deutschlandweit gut 45 Millionen Tonnen im Jahr summieren sich diese Treibhausgase – das sind gut fünf Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. 

Jede Wiedervernässung – so heißt es im Fachjargon, wenn zerstörte Moore wieder zu lebenden Feuchtgebieten gemacht werden – hilft, diese Riesendosis Klimagift zu reduzieren. Und birgt damit ein riesiges Einsparpotenzial. Denn: Sind die Moore wieder ausreichend nass, also intakt, werden sie von der Treibhausgasquelle wieder zum größten natürlichen CO2-Speicher.

Vor über zwölf Jahren hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit DER Moorexpertin Schleswig-Holsteins, Jutta Walter, und einem groß angelegten Moorschutzprogramm zur Wiedervernässung trockengelegter Moore begonnen. Das war erst der Anfang! Heute kümmert sich ein ganzes Moorschutz-Team im neugegründeten „Zentrum für Biologischen Klimaschutz“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein unter der Leitung von Landschaftsplaner Gerrit Werhahn darum, aus zerstörten Mooren wieder lebende Feuchtgebiete und Klimasenken zu machen. 

Und es werde nass … 

Insgesamt 26.100 Hektar Hoch- und Niedermoore sind im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Durch Wiedervernässungsmaßnahmen, wie beispielsweise die Entfernung von Drainagen und Entwässerungsgräben und dem Bau von neuen Wällen ist es den Vielfaltschützern der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in den vergangenen zwölf Jahren gelungen, auf ihren Hochmoor- und Niedermoorflächen jährlich rund 316.000 Tonnen CO2 zu binden. In den kommenden zehn Jahren sollen daraus in einem ersten Schritt 414.000 Tonnen CO2-Äquivalente werden. 

Unterstützung bekommt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein vom Kieler Umweltminister Jan-Philipp Albrecht. Er hat im vergangenen Jahr (2019) insgesamt fünf Millionen Euro für den Moorschutz zur Verfügung gestellt, und es fließen weitere vier Millionen Euro an Landesmitteln für die Moorschutzmaßnahmen in diesem Jahr an die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Schrittweise wird so ein Einsparpotenzial von rund 700.000 Tonnen CO2 -Äquivalente pro Jahr in Schleswig-Holstein erreicht. Die Millionenmarke an Tonnen CO2 soll dann bis zum Jahr 2040 geknackt werden.

Geben wir dem Land seine Moore zurück

Wir alle können es uns nicht mehr leisten, unsere Moore trockenzulegen. Für die Wiedervernässung braucht es allerdings einen langen Atem – und unbedingt ihre Unterstützung! Helfen Sie der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein dabei, mehr Moore in Schleswig-Holstein wiederzuvernässen. Schritt eins ist dabei der Kauf geeigneter Flächen. In Schritt zwei bringen unsere Vielfaltschützer und Klimaretter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die Feuchtigkeit auf diese Flächen zurück. 

Mit Ihrer Spende sichern Sie ein Stück heimisches Moor. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für den Klimaschutz und geben Moorfrosch, Sonnentau und Co. ein Fleckchen Erde zum Leben. 

Sollte unser großes Vorhaben hin zu mehr Mooren im Land zwischen den Meeren  gelingen, könnte Schleswig-Holstein als Vorzeigebeispiel in Sachen Klimaschutz bundesweite Berühmtheit erlangen. 


Spendenkonto

IBAN: DE16 4306 0967 1007 0070 00
Kreditinstitut: GLS Gemeinschaftsbank eG
Verwendungszeck: „Mehr Moore“


Text & Fotos: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein 

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