Bauch­speichel­drüsenkrebs – eine immer häufiger werdende Erkrankung

Durch immer bessere Diagnostik und Therapie nimmt die Sterblichkeit aller bösartigen Erkrankungen stetig ab. Dies trifft jedoch nicht für den Bauchspeicheldrüsenkrebs (das Pankreaskarzinom) zu. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist aktuell die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache in industrialisierten Ländern. Prognosen gehen davon aus, dass die Häufigkeit des Pankreaskarzinoms in den kommenden 10 Jahren deutlich zunehmen wird.

Im Durchschnitt beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate in Deutschland auch heutzutage zehn Prozent und hat sich in den letzten Jahrzehnten nur langsam gebessert. Hauptgrund für die schlechte Prognose ist die oft späte Diagnose des Bauchspeicheldrüsenkrebses. Dies ist dadurch begründet, dass die Erkrankung im Anfangsstadium in der Regel keine Schmerzen verursacht. Nur wenn die Tumoren im Bauchspeicheldrüsenkopfbereich nahe des Bauchspeicheldrüsen- und Gallenganges lokalisiert sind, werden sie früher erkannt, da sie zu einer schmerzlosen Gelbsucht führen. Dies ist dadurch begründet, dass der von der Leber gebildete Gallensaft nicht mehr abfließen kann, weil auch der Gallengang durch den Bauchspeicheldrüsenkopf führt und hier zusammen mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse zugedrückt wird. Als Folge davon staut sich der Gallensaft in der Leber und tritt später auch in das Blut über. Hierdurch werden zuerst die Augen (Skleren) gelb und später auch die gesamte Haut des Körpers. Der Wert für den gelben Blutfarbstoff (das sogenannte Bilirubin) steigt an, und der Urin wird deutlich dunkler und der Stuhlgang auffällig hell. Treten zusätzlich Schmerzen, insbesondere Rückenschmerzen auf, besteht häufig schon ein fortgeschrittenes Tumorstadium. 

Symptome des Bauchspeichel­drüsenkrebses

Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit und Leistungsknick, Aversion gegen Fleisch, Gelbsucht – häufig ohne Schmerzen, Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse wie Blutzuckerkrankheit oder Verdauungsstörungen, Durchfall/Fettstühle, Bauch- und/oder Rückenschmerzen.

Häufigkeit

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs macht zwei Prozent aller Krebserkrankungen und zehn  Prozent der Krebse der Verdauungsorgane aus. Er nimmt an Häufigkeit stetig zu. Dies ist unter anderem der zunehmend älter werdenden Bevölkerung und der besser werdenden Diagnostik zuzuschreiben. 10 bis 12 Menschen pro 100.000 Einwohner erkranken jährlich neu an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das sind circa 10.000 bis 12.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland. 

Die Erkrankung tritt häufig zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr auf, die Todesrate beträgt über 95 Prozent. 

Risikofaktoren, die eine Krebsentstehung begünstigen

  • Rauchen
  • Alkohol
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung 
  • Fettreiche Ernährung
  • Blutzuckerkrankheit (Diabetes)
  • Bestimmte chemische Substanzen
    (z. B. Benzidin)
  • Familiäres Auftreten 

Therapie: Was leistet die Chirurgie? 

Die operative Entfernung eines Bauchspeicheldrüsenkrebses bietet die einzige Chance auf ein langfristiges Überleben. Eine Operation ist nur indiziert, wenn keine Metastasen vorliegen. Chemo- oder Strahlentherapie können zusätzlich angewendet und zum Behandlungserfolg beitragen. Liegt bereits eine metastasierte Situation vor, wird zur Behandlung eine alleinige Chemotherapie gegebenenfalls in Kombination mit Bestrahlung empfohlen. 

In einer groß angelegten Studie in den USA mit über 33.000 Patienten konnte bewiesen werden, dass die operierten Patienten ein signifikant längeres Überleben aufwiesen. Nach einer Operation wird in der Regel eine ergänzende Chemotherapie angeschlossen. 

Während einer Operation werden häufig feingewebliche Schnelluntersuchungen des Gewebes durchgeführt, damit der Chirurg sicher sein kann, dass der Tumor im Gesunden entfernt worden ist. 

Die Operation dauert, je nach Körperfülle des Patienten, circa vier bis fünf Stunden. Nach der Operation werden die Patienten in der Regel 24 Stunden auf der Intensivstation überwacht. Der gesamte stationäre Aufenthalt dauert ca. 10 bis 14 Tage. In der Regel erfolgt nach der Krankenhausbehandlung eine Anschlussheilbehandlung oder Rehabilitationsmaßnahme. Nach durchgeführter Operation schließt sich eine Tumornachsorge an, bei der in regelmäßigen Abständen Laboruntersuchungen und Computertomografien durchgeführt werden. 

Ziel einer jeden Operation ist die vollständige Tumorentfernung mit den umgebenden Lymphknoten, um eine vollständige Tumorentfernung im Gesunden zu erreichen. Nur die radikale Entfernung des Tumors mit Sicherheitsabstand und allen umliegenden Lymphknoten besitzt eine potenziell heilende Option. Somit ist die einzige heilende/kurative Behandlung des Pankreaskarzinoms die vollständige operative Entfernung.


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imland Klinik Rendsburg
Lilienstraße 20–28
24768 Rendsburg

Dr. med. Christos-Athanasios Papachrysanthou
Facharzt für Allgemeinchirurgie, Visceralchirurgie, spezielle Visceralchirurgie und Gefäßchirurgie
Chefarzt der Klinik

Telefon 04331 200-0
E-Mail c.a.papachrysanthou@imland.de


Text: imland Klinik Rendsburg
Foto: imland Klinik Rendsburg, iStock, Freepik

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